Vera Lwowski

Vera Lwowski

1923       Vera Lwowski erblickt am 10. August 1923 als

               Vera Caminneci auf Burg Dattenfeld - heute zu-

               gehörig zur Gemeinde Windeck an der Sieg - das

               Licht der Welt. Sie besitzt zunächst die italienische

               Staatsbürgerschaft. Ihr Vater und ihre  Mutter -

               Waldemar und Julie Caminneci - gehören der be-

               güterten, ursprünglich aus Palermo/Sizilien stam-

               menden Bankiers-Familie Caminneci an. Ihr Groß-

               vater - Andrea Caminneci - hatte 1882 Arnoldine

               Danzier, eine Tochter des Waldbröler, später 

               Mülheimer Landrates Oscar Danzier geheiratet.

               Diese bringt Schloß Windeck sowie das Landhaus

               Burgwiese in die Ehe ein. 1921 kauft die Familie Caminneci weitere Be-

               sitzungen hinzu, darunter die Burg Dattenfeld sowie fünf Bauernhöfe

               in den umliegenden Ortschaften. Rund um Schloß Windeck ist so nach

               und nach ein umfangreicher Land- und Forstbesitz zusammengetragen

               worden, der von Waldemar Caminneci  - Veras Vater - verwaltet wird.

Atelierausschnitt (Teilansicht): An den Wänden sind aktuelle Vorstudien und Abgußmodelle aufgereiht.

1924       Die Familie Caminneci übernimmt

               im September 1924 das Betriebs-

               gelände der Köln-Rottweiler Pulver-

               fabriken im Dattenfelder Elisenthal.

               Diese durfte nach dem Ende des 

               1. Weltkrieges nicht wieder in Be-

               trieb genommen werden. Alle Pro-

               duktionsmaschinen waren abge-

               baut und als Reparationsleistung

               nach Rußland abtransportiert wor-

               den. Übrig blieben die Ruinen der

               Produktionsgebäude sowie das

               1914/15 neu errichtete Direktions-

               gebäude. In diesem ehemaligen

               Direktionsgebäude befindet sich heute Vera Lwowskis Bildhauer-Atelier.

               Umgeben von Modellentwürfen, Gußformen, Abgüssen und Original-

               Bronzen lebt und arbeitet die Künstlerin mit Unterbrechungen seit 1949

               im Haus Elisenthal.

Burg Dattenfeld a.d. Sieg um 1930

               Vera Caminneci wächst - zusam-

               men mit ihrem Bruder Manfred - in

               Dattenfeld auf. Schon früh wird sie

               mit den Tieren, die auf der Burg

               Dattenfeld, auf den zugehörigen

               Bauernhöfen und im familieneige-

               nen Forst gehalten werden, auf's

               Innigste vertraut. Die Aufzucht von

               verwaisten Jungtieren, Vögeln,

               Hamstern, Meerschweinchen,

               Füchsen und Rehkitze werden ihr

               anvertraut. Das junge Mädchen erweist sich als aufopferungsvolle Tierpfle-

               gerin. So darf nur Vera mit Erlaubnis des katholische Ortspfarrers einen

               Schleiereulen-Nestling aus seinem Nest im hohen Kirchturm heraus-

               nehmen und extern aufziehen. Häufig sieht man Vera im Dorf mit

               einem von einem Ziegenbock gezogenen Leiterwagen zusammen mit

               ihrem Bruder Besorgungsfahrten machen. Dazu ist eigens ein maßge-

               schneidertes Ledergeschirr für den Ziegenbock angefertigt worden.

               Vera wird von ihrem Vater schon früh mit auf die Pirsch genommen.

               Sie lernt Wildtiere in freier Wildbahn aufzuspüren und zu beobachten,

               Tiere in Volieren aufzuziehen und dem Vater beim Umgang mit den Reit-

               pferden und den Jagdhunden zu helfen. Er sorgt dafür, dass seine

               Tochter schießen und reiten lernt. Mit ihrer Mutter Julie, die von einem 

               Gutsbetrieb im rechtsrheinischen Großraum Köln stammt, unternimmt

               Vera ausgedehnte Ausritte im Siegtal und ins Bergische Land. Kein Wun-

               der, dass das Mädchen - schon von Kindesbeinen an - ein besonderes

               Verhältnis zu jeder Art von Tieren entwickelt.

Abb. links:                                             Abb.rechts:

Vera mit Dt. Drahthaar-Hündin "Wilja"      Vera mit ihrem eigenen Langhaarteckel

und Zwerghuhnküken - 1935                  "Tatzel" - 1935

1930       Vera wird zu Ostern 1930 eingeschult. Sie geht in die örtliche Volksschule

               in Dattenfeld. Eine unbeschwerte Zeit für das junge Mädchen.

1934       Vera wechselt auf das Städtische Mädchenlyzeum in Siegburg. Diese Schu-

               le wurde 1861 als private, konfessionsunabhängige, höhere Töchterschule

               in der Zeughausstraße 1 in Siegburg gegründet und erhielt im Volksmund

               schon bald den Namen "Backfischaquarium". Aus dem Städtischen Mäd-

               chenlyzeum wurde später das heutige Gymnasium Siegburg Alleestraße. 

Vera Caminneci: Erstes plastisches Werk

1939       Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges

               wird Veras gymnasiale Ausbildung

               unterbrochen. Sie wechselt zur

               wirtschaftlichen Landfrauenschule

               Wittgenstein - Birkelbach. Neben

               dem Unterricht kümmern sich die

               Schülerinnen dort um den schul-

               eigenen Tierbestand (Hühner,

               Schweine und Kühe). Im  Verlaufe

               des Krieges richtet man in den

               Schulgebäuden und Stallungen 

               zunächst eine Sammelstelle, später

               ein Reservelazarett für verwundete

               Soldaten ein. Der Schulbetrieb wird schließlich gänzlich eingestellt.

               Nach einem halben Jahr kehrt Vera in ihr Elternhaus zurück. Sie hilft bei

               der Versorgung des Tierbestandes im elterlichen Landwirtschafts- und

               Forstbetrieb. Ihr Großvater - Andrea Caminneci - schenkt ihr erste

               Modellierhölzer zum Geburtstag. Vera ist ganz versessen darauf, Werk-

               zeug und Material zu erproben. Sie formt Tierfiguren. Ihr erstes abge-

               schlossenes plastisches Werk ist ein Pferd, das sie aus Siegburger Ton

               modelliert.

1940       Im Folgejahr wird Vera offiziell zum Arbeitsdienst eingezogen. Das Absol-

               vieren des Reichsarbeitsdienstes ist damals obligatorische Voraussetzung

               für die Aufnahme eines Studiums. Vera wird mit organisatorischen Hilfe-

               stellungen und fachpraktischen Arbeiten zur nächtlichen Verdunklung (als

               Schutzmaßnahme vor Fliegerangriffen) betraut.

               In dem jungen Mädchen reift in dieser Zeit der Entschluß, im späteren

               Berufsleben einmal Tierpräparatorin zu werden.  Die "Lebendigkeit" der

               ausgestopften Tiere in den Glasvitrinen des renommierten zoologischen

               Forschungsinstituts Alexander Koenig im nahen Bonn faszinieren sie.

               Vor allem die diversen, überaus lebendig wirkenden Tiergruppen in den

               erdteilbezogenen Dioramen des Museums haben es ihr angetan. Welch

               einen Unterschied es doch ausmacht, Tiere in ihrer typischen Haltung in

               natürlichen Biotopen darstellen und präsentieren zu können! Am liebsten

               würde sie sofort im Museum Koenig anfangen wollen.

Prof. Adolf von Jordans

               Es trifft sich gut, dass ihr Vater ein Schulkamerad

               des Ornithologen Adolf von Jordans (1892 -1974)

               ist, dem damaligen stellvertretenden Direktor des

               Museum Koenig.  Er vermittelt seiner Tochter ein

               Vorstellungsgespräch. Von Jordans erkennt Veras

              "präparatorisches" Talent. Sie hat schon mehr-

               fach zuvor ihrem Vater Waldemar, dem innerhalb

               der Familie eine "Universalbegabung" zuge-

               sprochen wird, beim Ausstopfen von erlegten

               Wildvögeln assistiert. Adolf von Jordans rät Vera,

               zunächst eine Bildhauerlehre oder ein entspre-

               chendes Studium zu absolvieren, da genaue

               Kenntnisse der Tieranatomie und die stimmige

               Ableitung der Haltungs- und Bewegungsphasen "aus dem Wissen um

               das innere (Knochen-)Gerüst" unabdingbare Voraussetzungen für die

               Arbeit einer guten Tierpräparatorin seien.       

Bewerbungsarbeit: Pferdekopf-Relief von Vera Caminneci 1942

               Damit ist die damals 17-jährige Vera

               Caminneci "auf die Schiene gesetzt".

               In der Folgezeit bemüht sie sich, eine

               aussagekräftige Bewerbungsmappe

               für ein späteres Kunststudium an den

               Kölner Werkschulen zu erstellen.

               Offensichtlich sind ihre abgelieferten

               Naturstudien für die Kunstkommission,

               die über das Talent der Bewerber und

               Bewerberinnen zu entscheiden hat,

               sehr überzeugend. Sie erhält auf An-

               hieb die erwünschte Zulassung zum

               Studium der Bildhauerei.

1942       Die 19-jährige Vera Caminneci beginnt ihr Studium der Bildhauerei an

               den Kölner Werkschulen. Diese "residieren" - konzeptionell ganz auf

               Werkstattarbeit und die Vermittlung eines soliden handwerklichen Kön-

               nens ausgerichtet - seit 1926 am Ubierring in Köln. Professor Wolfgang

               Wallner (1884-1964), ein gebürtiger Österreicher aus St. Wolfgang,

               ist für die Ausbildung der Bildhauer und Bildhauerinnen an den Kölner 

               Werkschulen zuständig. Die grundlegende Zeichnungs- und Entwurfs-

               techniken lernt Vera bei dem Zeichenlehrer Welsch, von dem insgesamt

               15 "goldene Regeln" zur bildhauerischen Gestaltung überliefert sind.

               (Nicht zu verwechseln mit dem namensgleichen, in Köln sehr bekannten

               "Lehrer Welsch", der unter anderem von den "Bläck Föös" in dem Kar-

                nevalslied "En d'r Kayjass Nummero Null" besungen wird und in der 

                Grundschule in Köln-Kalk unterrichtete).            

Prof. Wolfgang Wallner

               Wolfgang Wallner wird 1939 stellvertretender

               Direktor und steuert "seinen Fachbereich" -

               nicht ohne gewisse Anpassungen - durch die

               Wirren und die "Säuberungen" des "Tausend-

               jährigen Reiches". Infolge der parteipolitisch

               ausgelösten, sehr einschneidenden personel-

               len und organisatorischen Umstrukturierungen

               ziehen sich zahlreiche Dozenten aus dem

               Lehrbetrieb zurück, tauchen unter oder emi-

               grieren.

               Wolfgang Wallner thematisiert in dieser Zeit -

               wohl als Anpassung an die neue (national-

               sozialistische) "Deutsche Kunst" - bevor-

               zugt germanische Heldensagen und hero-

               ische Menschendarstellungen.

               Vera Caminneci kann damit wenig anfangen. Sie bleibt - konsequent

               ihrem Berufswunsch als Tierpräparatorin folgend - bei ihren natura-

               listischen Tierdarstellungen. Das führte zu Unmutsäußerungen ihres

               Professors. "Der wollte eigentlich was ganz anderes von uns Stu-

               denten sehen"  kommentierte Vera später einmal. Sie hält durch.

            Vera Caminneci:

            Studienarbeiten in der Bildhauerklasse der Kölner Werkschulen

            links: Studie Fuß (männlich )       rechts: Studie eines Pferdebeins

Vera Caminneci: Gewandstudie (Faltenwurf)

               Im Mai 1942 läßt der britische Luftmarschall Arthur Harris Köln bom-

               badieren. In der "Operation Millennium" zerstören über 1000 Bomber

               innerhalb von 90 Minuten mehr als 3300 Häuser der Kölner Innenstadt. 

               Der Lehrbetrieb am Ubierring kann nur noch eingeschränkt durchgeführt

               werden. Ohnehin sind ein Großteil der männlichen Studenten für den

               Kriegseinsatz eingezogen worden. Zuhause in ihrem Heimatort wird

               Vera 1943 Mitglied der Frauenfeuerwehr. Kriegsbedingt häufen sich

               ihre Einsätze. Unvergeßlich ist ihr der verheerende Bombenangriff

               vom 02.02.1944 auf den Ort Windeck-Rosbach, als über 80 Tote und 

               mehr als 70 Verletzte zu beklagen waren. Noch während der Rettungs-

               und Löscharbeiten wird die wehrlose Frauenfeuerwehr - unter ihnen Vera

               Caminneci - von Tieffliegern gezielt angegriffen und mit Bordkannonen

               beschossen.

1944      Vera Caminneci richtet sich ihr erstes Kunstatelier in ihrem Elternhaus 

               - Burg Dattenfeld - ein. Ihr Vater überläßt ihr zu diesem Zweck den

               größten Teil seiner Foto-Dunkelkammer. Vera läßt im selben Jahr ihre

               ersten eigenständigen Bronzen nach ihren Vorlagenmodellen gießen.

               Darunter ihr "Großer Feldhase", der "Kampfläufer" und ihr "Meer-

               schweinchen".

               Sie ist nun nur noch gelegentlich zum Studium in Köln. Das Schulgebäude

               der Kölner Werkschulen mitsamt den Werkstätten wird bei einem nächt-

               lichen Großangriff erneut getroffen und vollständig zerstört. Ein reguläres

               Weiterstudium ist - selbst als eingeschränktes Notstudium - nicht mehr

               möglich. Der Lehrbetrieb endet schließlich ganz.

               Abschlüsse - auch Zwischentestate - können, da alle Studienunterlagen

               im Rektorat komplett vernichtet sind, nicht mehr erteilt werden. (Nach

               dem Krieg wird Vera Caminneci die vollständige Ableistung ihres Bild-

               hauerstudiums mit Studienabschluß an den Werkschulen Köln offiziell

               bestätigt).

 

Studierenden-Ausweis von Vera Caminneci.

               Die Familie Caminneci erhält die Nachricht, dass Veras Onkel Oscar

               Caminneci, der in Schloß Zetthun im Kreis Köslin in Hinterpommern be-

               heimatet ist, im Zuge des Hitler-Attentates in der Nacht vom 20. auf den

               21. Juli 1944 verhaftet und ohne weitere Begründung in das Polizeige-

               fängnis Stettin überführt worden ist. Von dort wird er in das KZ Sachsen-

               hausen und anschließend in das österreichische KZ Mauthausen verlegt.

               Im Folgejahr erhält die Familie wenige Wochen vor Kriegsende die Nach-

               richt vom Tod ihres Onkels Oscar Caminneci am 9. März 1945 im KZ

               Mauthausen.

1945       Vera Caminneci erlebt das Kriegsende in Dattenfeld. Die Amerikaner

               beschießen am Ostersonntag (1. April 1945) mit Phosphorgranaten das

               großelterliche Schloß Windeck, das daraufhin in den oberen Etagen kom-

               plett ausbrennt. Veras Großmutter Arnoldine Caminneci war nach dem Tod

               des Großvaters Andrea Caminneci im Jahr 1940 zu ihrem Sohn in die Burg

               Dattenfeld gezogen. Danach war Schloß Windeck - mitsamt dem Inven-

               tar - an zwei Kölner Familien vermietet worden, die aus Sorge vor weite-

               ren Bombardements die Stadt Köln verlassen hatten.

               Weitere Schicksalsschläge treffen Veras Familie schwer: Veras Tante

               Tilda, die Frau von Onkel Oscar und Enkelin von Werner von Siemens,

               deren Tochter Nora von Eichel sowie Enkelin Beatrix von Eichel kommen

               als Flüchtlinge aus Hinterpommern in Dattenfeld an.

               Tilda Caminneci verstirbt wenige Monate später unerwartet im Datten-

               felder Krankenhaus. Veras Großmuttter Arnoldine stirbt Ende 1945 in

               Burg Dattenfeld.

Landhaus Burgwiese

1946       Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. Die

               amerikanischen Besatzungstrup-

               pen benutzen Veras Elternhaus

               als Lazarett für verwundete ame-

               rikanische Soldaten. Die nachfol-

               genden belgischen Besatzer requi-

               rieren Burg Dattenfeld als Militär-/

               Verwaltungssitz. Die Familie

               Caminneci wird ausquartiert. Sie

               bezieht das familieneigene Land-

               haus Burgwiese. Hier verstirbt

               kurz darauf Veras Vater Waldemar

               im Januar 1946 im Alter von nur 59 Jahren.

Ingeborg von Rath

               Wahrscheinlich ist es auf Adolf von Jordans zu-

               rückzuführen, dass Vera ihre künstlerische Aus-

               bildung bei Ingeborg von Rath (1902-1984) in

               Bonn fortsetzt. Ingeborg von Rath hat zunächst

               eine Bildhauerlehre im Atelier des Bonner Bild-

               hauers und Baumeisters Dr. Karl Menser (1872

               bis 1929) absolviert, der als Professor einen

               Lehrauftrag für anatomisches Zeichnen an der

               Universität Bonn wahrnahm. Aus Karl Mensers

               Atelier stammen unter anderem die Tierfiguren

               an der Sandsteinfassade des Museum Koenig.

               Zudem war er für die Portal- und Dachfries-Ge-

               staltung des Museums verantwortlich. Seine

               Schülerin und Assistentin - Ingeborg von Rath -

               studierte - wie später Vera Caminneci  - Bild-

               hauerei bei Wolfgang Wallner an den Kölner Werkschulen und machte dort

               auch ihren Abschluß. 1944 erhält Ingeborg von Rath in Nachfolge von

               Prof. Dr. Karl Menser den vakanten Lehrauftrag für anatomisches Zeichnen

               an der Universität Bonn. Der Lehrbetrieb ist allerdings durch Kriegseinwir-

               kungen stark eingeschränkt. Sie erhält daher von der Uni die Erlaubnis,

               die Studenten und Studentinnen in ihrem privaten Atelier in der Rochus-

               straße 27 in Bonn - Dottendorf zu unterrichten. Vera ist eine ihrer Stu-

               dentinnen. Ingeborg von Rath baut ihr Atelier in Bonn-Dottendorf zu einer

               privaten Kunstschule aus. Einen Teil ihres Kursangeboten bietet sie im 

               Rahmen des "Studium Generale" an der Uni an. Darüber hinaus betreut

               die Künstlerin nach dem Krieg auch Lehramtsstudenten/innen der Päda-

               gogischen Hochschule (PH) Bonn im Fach "Zeichnen für Kunsterzieher

               und Kunsterzieherinnen". Diese Tätigkeit führt sie bis zu ihrer Emeritierung

               im Jahr 1971 aus.

Vera Caminneci: Portrait-studie, in Ton modelliert bei Ingeborg von Rath

               Vera lernt bei Ingeborg von Rath das "Portrai-

               tieren". Portraitieren ist hier weniger als (einge-

               schränkte) Zeichnungsdisziplin, sondern eher

               als "Querschnittsdisziplin" zum exakten Sehen

               und Wiedergeben von Körperformen zu verste-

               hen. Das kann zeichnerisch erfolgen oder skulp-

               tural aus Ton geformt bzw. aus Holz geschnitten

               oder geschnitzt werden. Eine Verbindung von

               Zeichnung und Skulptur stellt nach Ingeborg

               von Rath "das erhabene Halbrelief" dar, bei dem

               ein Gesicht oder ein Körper aus einer ebenen

               Fläche herausmodelliert" wird.

              "Ingeborg von Rath beherrschte alles. Sie war

               künstlerisch ein Universalgenie: Modellieren,

               Portraitieren, Schnitzen und Zeichnen" urteilt

               Vera über ihre 20 Jahre ältere Lehrerin und enge

               Freundin. Die beiden Frauen verstehen sich,

               teilen künstlerisch gemeinsame Anschauungen

               und sind beide einem exakt wiedergebendem Naturalismus verbunden -

               ohne Kompromisse, ohne Vereinfachungen oder auffällige Abstraktionen.

               Ihr künstlerisches Medium ist der Abguß, der in aller Regel aus Bronze

               erfolgt und seltener auch in Alabastergips ausgeführt wird. 

Otto Schörghofer

1947       Neben ihrem "Portraitstudium" in Ingeborg von

               Raths Privatatelier hospitiert Vera Caminneci

               bei dem Siegburger Bildhauer und Holzschnit-

               zer Otto Schörghofer, der sie in seiner Werk-

               statt mit den Gesetzmäßigkeiten der Holzbear-

               beitung - insbesondere mit der Holzschnitz-

               kunst - vertraut macht. Über den Bildhauer

               Otto Schörghofer ist aktuell nur wenig bekannt.

               Er wurde am 21.01.1893 in München geboren

               und verstarb am 22.12.1969 in Siegburg. Otto

               Schörghofer hat als "Altarbildhauer" im Raum

               Siegburg gewirkt. Er stattete verschiedene

               Kirchen mit Heiligenfiguren und Weihnachts-

               krippen aus. Unter anderem hat er den "Heili-

               gen Michael" sowie den "Erzbischof St Anno"

               für die Siegburger Abtei-Kirche auf dem Michaelsberg geschnitzt. Daneben

               fertigte er aufwändige mehrteilige Krippen für Privatkunden an und wickel-

               te Einzelaufträge zur individuellen Ausgestaltung von Grabanlagen ab.

               In der Mühlenstraße 57 in Siegburg betrieb Otto Schörghofer 1939 nach-

               weislich ein Kunstgewerbegeschäft, in dessen Straßenschaufenster er

               überwiegend aus Holz geschnitzte Objekte für die Laufkundschaft - meist

               Madonnen und Heiligenfiguren, aber auch andere Devotionalien wie

               Kruzifixe, Weihwasser-Kessel, Grableuchten etc. -  anbot.

               Vera versucht sich unter Anleitung des Bildhauermeisters Schörghofer in

               der Holzschnitzerei, stellt aber schon bald fest, dass diese Kunstform

               - möglicherweise wegen der fehlenden Reproduzierbarkeit - letztendlich

               nicht ihr bevorzugtes künstlerisches Ausdrucksmedium werden könne.

               Statt dessen konzentriert sie sich nunmehr vollständig auf den Bronze-

               guß. Sie baut ihr Kunstatelier in Dattenfeld entsprechend um.

           frühe Bronzearbeiten (1945-1948)

Vera Lwowski: Kleiner sitzender Fuchs (1947)

Sammlung: Michael Hümmer; Sammlungsnr.: G 6.1-100-116

                  Es ist der Moment zwischen versammelter Ruhe und erwachender Auf-

                  merksamkeit, den die erfahrende Tierbildhauerin Vera Lwowski meister-

                  haft eingefangen hat. Der kleine Fuchs hebt den Kopf, "sichert" mit wa-

                  chem Auge und gespitzten Ohren seine Umgebung. Man glaubt es kaum:

                  1947 - vor nunmehr fast 70 Jahren - wurde das kleine Meisterwerk be-

                  reits modelliert. Die Bronze ist signiert und trägt die Modellnummer 68.

                  Die Natürlichkeit der Darstellung überrascht und fasziniert zugleich.

Wolfgang Lwowski

1948      Vera Caminneci heiratet Wolfgang Lwowski.

              Wolfgang Lwowskis ältere Brüder - beide Offi-

              ziere - waren 1939/40 in Dattenfeld einquartiert

              gewesen. Die Familien hatten sich angefreun-

              det. Anläßlich einer Fahrt nach Hinterpommern

              hatte Vera Caminneci im Jahr 1942 bei der Fa-

              milie Lwowski einen Zwischenaufenthalt in

              Rheinhausen eingelegt. Das Familienoberhaupt

              - Veras späterer Schwiegervater - war dort

              Leiter des Krupp-Stahlwerks "Friedrich-Alfred-

              Hütte", dem zu dieser Zeit technisch wohl mo-

              dernsten Stahlwerk Deutschlands. Damals kam

              Hauptmann Wolfgang Lwowski nach 14-mona-

              tigem ununterbrochenen Einsatz aus Russland

              zu einem Fronturlaub nach Rheinhausen zurück.

              Ein großer, stattlicher, blonder junger Mann! Vera und Wolfgang "laufen sich

              geradezu in die Arme". Auch in der Folgezeit halten sie Kontakt zueinander.

              1948 wird geheiratet.

              Wolfgang Lwowski unterstützt rückhaltslos die künstlerischen Ambitionen

              seiner jungen Frau. Er legt die Systematik für ein Werkverzeichnis ihrer

              Arbeiten nach Motivgruppen fest und legt die Syntax der Felder (Objekt-

              titel, Abmaße, Entstehungsjahr, Signatur und Monogrammform) an.

              Zudem unterstützt er - in enger Absprache mit seiner Frau - den Bau von

              inneren Stützgerüsten, die insbesondere bei größeren Arbeiten notwendig

              sind. Um die Stützgerüste herum modelliert Vera die jeweiligen Tiere bzw.

              Tiergruppen.

              Ihre Werke signiert Vera bis zu ihrer Heirat mit "V. Caminneci" bzw. mit

              dem Monogramm "V.C." und nach ihrer Heirat im Dezember 1948 mit "Vera

              Lwowski" oder "V. Lwowski" bzw. dem Monogramm "V.L." oder V. Lw.".

Signaturen auf der Unterseite ihrer Bronze: "Liegendes Kalb", Bronze-Erstabguss, 1945

              In den Folgejahren (1949 - 1951) stellt Vera Lwowski ihre Arbeiten zu

              verschiedenen Anlässen im örtlich-lokalen Umfeld (Hennef /Sieg, Siegburg,

              Bonn), respektive im erweiterten regionalen Bereich (Aachen, Düsseldorf,

              Wiesbaden etc.) aus. Man wird auf die naturalistisch-impressionistischen

              Tierbronzen der jungen Künstlerin aufmerksam.

1952     Mit der Geburt ihrer drei Kinder Henning, Harald und Ute Bianca schränkt

             Vera Lwowski ihr künstlerisches Schaffen für einige Jahre ein, um sich der

             Kindererziehung zu widmen. Die junge Familie zieht nach Bonn und bewohnt

             über 20 Jahre lang auf dem Bonner Venusberg das Haus Kiefernweg 12a in

             unmittelbarer Nähe zur Dienstvilla (Kiefernweg 12) der damaligen Außen-

             minister Gerhard Schröder und Willy Brandt, der später auch als Bundes-

             kanzler dort wohnt. Das Haus Elisenthal in Dattenfeld wird fortan als

             Wochenend- und Ferienhaus genutzt. Als die Kinder "aus dem Gröbsten"

             heraus sind, kann sich Vera Lwowski wieder verstärkt ihrer künstlerischen

             Arbeit zuwenden.

Kinderportraits in Bronze: Henning, Harald und Ute Bianca Lwowski (1962)

         Tierbronzen (1950 bis 1972)

             Vera Lwowski nimmt mit ihren Tierplastiken zunächst an einschlägigen

             Schloßausstellungen sowie Begleitausstellungen zu internationalen Natur-

             schutztagungen teil. Besondere Bedeutung kommt wohl der Internatio-

             nalen Kunstausstellung "Im Reich der Tiere - INTERFAUNA 1968" in

             Düsseldorf sowie ihrer Beteiligung an der "Welt-Jagdausstellung 1971" in

             Budapest zu. Dort werden leider alle von Vera Lwowski ausgestellten

             Bronze-Exponate von einem Dieb aus dem Deutschen Pavillon gestohlen

             (Sie sind bis heute nicht wieder aufgetaucht).

             Die junge Tierplastikerin ist erfolgreich, erhält Preise und Auszeichnungen

             für ihre ausgestellten Bronzen. Renommierte Kunstgalerien in Düsseldorf,

             München, Hannover, Köln und Bonn werden auf ihre Arbeiten aufmerksam

             und übernehmen die Bronzeskulpturen in ihr Galerieprogramm. In Bonn

             kann man Vera Lwowskis Arbeiten in der Galerie "Der Turm" sowie im

            "Kunsthaus Brücke" in der Bonner Gangolfstraße bewundern.

Vera Lwowski: Galoppierendes Fohlen (1964)
Vera Lwowski: Laufender Afghanischer Windhund (1970)

Ein prägnantes Beispiel für die Befähigung der Künstlerin, in ihren Tierplastiken das

für die jeweilige Tiergruppe typische Verhalten - insbesondere deren typische Bewegungsabläufe - einzufangen, ist sicherlich ihr "Laufender Afghanischer Wind- hund". Die Skulptur stammt aus dem Jahr 1970 und zeigt auf beeindruckende Weise die gesamte Kraft und Dynamik des Hundes, "eingefroren" genau in dem Moment, als er sich - den Rücken wie eine Feder gespannt - mit den Hinterbeinen abstößt,

um nach vorne zu schnellen. Vera Lwowskis intensive Beobachtungsgabe, gepaart und einer ausgeprägten plastisch-skulpturalen Gestaltungserfahrung, ermöglicht

es ihr, auch weniger spektakuläre dynamische Verhaltensphasen - beispielsweise  das "versammelte Ruhen" von Haus- und Wildtieren, deren ständiges "Sichern gegen Gefahren" oder das "Putzen" des Fells beziehungsweise des Federkleides präzise in Bronze wiedergeben zu können. Es sind genau diese typischen Momente, die das Bezaubernde an Vera Lwowskis Tierplastiken ausmachen.

Die "Brüsseler Jahre" (1973 -1983)

1973    Vera zieht mit ihrem Mann Wolfgang Lwowski und den beiden jüngeren

            Kindern nach Brüssel. Ihr Mann ist dort im diplomatischen Dienst tätig.

            Die Zeit in Brüssel erweist sich im weiteren als ein ungeheuer kreativer

            und produktiver Lebensabschnitt in Veras künstlerischem Lebenslauf. Sie

            lernt vor Ort den bekannten und einflußreichen belgischen Künstlerkollegen

            Baron Raymond de Meester de Betzenbroeck (1904-1995) kennen.

Baron Raymond de Meester de Betzenbroeck

            Baron Raymond de Meester hat sich als

            herausragender belgischer Tierplastiker einen

            Namen gemacht. Von ihm stammt unter ande-

            rem die Bronzeplastik: "Der brüllende Löwe",

            die er anläßlich der Weltausstellung 1958 in

            Brüssel schuf. Während das "Atomium" in

            Brüssel noch heute als Sinnbild für die wis-

            senschaftlich-technische Weiterentwicklung

            des menschlichen Wissens gilt, steht sein

           "Brüllender Löwe" noch heute als Symbol für

            die naturgebundene Evolution und Diversifi-

            zierung allen biologischen Lebens.

            Baron Raymond de Meester und seine Künst-

            lerkollegin Vera Lwowski treffen als Tierbild-

            hauer in dieser Zeit häufig aufeinander. In

            seiner ganz besonderen Art fordert der Baron

            Vera Lwowski zur künstlerischen Weiterentwicklung ihrer Talente auf und

            verschafft ihr Ausstellungsmöglichkeiten in Belgien und Frankreich.

Vera Lwowski: Ehrenspange

            Zehn Jahre dauert diese intensive

            Schaffensphase, in der Vera Lwowski

            allseits hohe Anerkennung als eine der

            drei bedeutendsten zeitgenössischen

            Tierplastikerinnen in Europa erhält.

            Zahlreiche Auszeichnungen und Preise

            zeugen von der gestalterische Qualität

            ihrer natürlichen Tierdarstellungen.

           "Insbesondere die sensible Art, wie die

            Künstlerin typische Bewegungsabläufe

            und Verhaltensweisen der Tiere in ihren

            Plastiken sichtbar und für den Betrach-

            ter intuitiv erfahrbar macht", wird lobend herausgestellt.

            Einige Auszeichnungen im Überblick (von rechts nach links):

            1. Prinz-Bernhard- Medaille in Bronze, Ausstellung "Im Reich der Tiere -

               INTERFAUNA",  Düsseldorf, 1968

            2. Silbermedaille Königl. Vereinigung der Berufskünstler von Belgien;

                Internationale Kunstausstellung 1975, Brüssel

            3. Silbermedaille Conseil Europeen d'Art et Esthetique CEAE

                Jahres-Ausstellung 1976  "LES ARTS EN EUROPE" Brüssel

            4. Goldmedaille Königliche Vereinigung der Berufskünstler von Belgien;

                Internationale Kunstausstellung 1978, Brüssel

            5. Goldmedaille Conseil Europeen d'Art et Esthetique CEAE

                Jahres-Ausstellung 1980  "LES ARTS EN EUROPE" Brüssel

Tierbronzen aus den "Brüsseler Jahren"

          Die naturalistisch-impressionistische Qualität der Tierbronzen führt dazu,

          dass Vera Lwowski in der Folgezeit mehrere Anfragen erhält, ob sie bereit sei,

          auch "individuelle Einzelportraits" von Tieren anzufertigen. Tiere, die ihren

          Haltern besonders ans Herz gewachsen sind und die ein exklusiv gestaltetes

          Bildnis ihres speziellen Lieblings in Form einer Bronzeskulptur auch nach

          deren Ableben gerne permanent um sich herum haben wollen.

          Vera fertigt einige solcher individuellen "Memorials" im direkten Kundenauf-

          trag an und stellt ihrerseits sicher, dass von diesen exklusiven Arbeiten keine

          weiteren - außer den vereinbarten - Bronze-Abgüssen gemacht werden kön-

          nen. Diese Bronzen sind und bleiben Unikate.

1983  Mit Beginn des 60-ten Lebensjahres kehren Vera Lwowski und ihr Mann

          wieder nach Deutschland zurück und beziehen das Haus Elisenthal in

          Dattenfeld. Hier richtet Vera sich ihr neues Atelier ein. Mit großem Elan

          setzt Sie ihre plastische Arbeit fort.

          Ihre Skulpturen stehen stilistisch-gestalterisch ganz in der Tradition großer

          zeitgenössischer deutscher Tierbildhauer und Tierbildhauerinnen.

          Vera Lwowski bezieht sich selbst dezidiert auf den Tierskulpteur August

          Gaul (1869 - 1921), der stilistisch eng der Klassik und dem Historismus in

          der Tradition der KuK-Monarchie in seinen Tierdarstellungen verbunden war.

          Renée (Renate) Sintenis (1880 - 1965). Vor ihrer eigenen künstleri-

          schen Karriere war die Bildhauerin und Grafikerin unter anderem als Foto-

          und Malermodell für namhafte Berliner Künstler wie den "Figuren-Bildhauer"

          Georg Kolbe (1877-1947) tätig. In vielen ihrer Tierplastiken kann man des-

          sen Gestalt- und Formprinzipien wiedererkennen.

          Willy Zügel (1876 - 1950). Als veritabler Tiermodelleur beeinflußte Willy

          Zügel maßgeblich das Design der großen deutschen Porzellanmarken,

          darunter Rosenthal, Nymphenburg und die Porzellan-Manufaktur Meißen. 

          Er verstand es hervorragend, die Eigenarten des Bronzematerials in das

          deutlich "glattere" - zum Teil hochglänzend verarbeitete und bunt bemalte

          Porzellanmaterial zu übertragen.    

Edith von Sanden-Guja

          Künstlerisch fühlt sich Vera Lwowski insbeson-

          dere mit der Malerin und Tierplastikerin Edith

          von Sanden-Guja (1894-1979), geborene

          von Schlüter, verbunden. Beide sind schon

          als junge Mädchen durch den täglichen Um-

          gang mit Tieren auf den elterlichen Anwesen

          in ihrer Tierleidenschaft vorgeprägt worden

          und beide fokussieren sich später im Laufe

          ihrer künstlerischen Ausbildung auf die Model-

          lierung von Tieren. Kennengelernt haben sich

          die beiden Tierbildhauerinnen im  Jahr 1967

          anläßlich einer Kunstausstellung zur Eröff-

          nung des Jägerlehrhofes "Jagdschloß Springe"

          bei Hannover, bei der beide mit einer Auswahl

          ihrer Tierskulpturen vertreten waren. Edith von 

          Sanden-Guja - fast 30 Jahre älter als Vera - erhält von der Kunstjury die

         "Goldmedaillie" für ihre Exponate zugesprochen und wird von der einschlä-

          gigen Fachpresse als beste europäische Tierplastikerin apostrophiert. Mög-

          licherweise ist dies der Grund für die hohe Wertschätzung, die Vera Lwowski

          noch heute für die Werke ihre Künstlerkollegin Edith von Sanden-Guja

          empfindet.

  Abb. links                                             Abb. rechts

  Edith von Sanden-Guja im Sommer        Ausflug mit Edith von Sanden-Guja

  1973 zu Besuch bei Vera Lwowski           ganz rechts: die Plastik "Fischotter" 

  auf dem Bonner Venusberg                    von Edith von Sanden im Kurpark

                                                             Badenweiler

Eine weitere Künstlerfreundschaft verbindet Vera Lwowski mit der inzwischen ver-

storbenen Eva de Maizière geb. Werner (1915 - 2003) aus Bad Godesberg. Die

Gattin des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr Ulrich de Maizière war 

als Bildhauerin und Grafikerin tätig. Die beiden Künstlerinnen hatten sich auf Initiative von Brigitte Schröder bei einem Empfang ihres Mannes, des damaligen Außenministers Gerhard Schröder, auf dem Venusberg kennen gelernt. Schon bald

stellte man eine gegenseitige Wertschätzung fest und stellte in der Folge auch ge-

meinsam im Bonner Raum aus.

Tierbronzen aus Dattenfeld (ab 1983 - 1996)

Vera Lwowski: Irish Terrier (1985 bis 1987)

Neben der naturalistisch-impressionistischen Darstellung von Einzeltieren, bildet

Vera Lwowski auch häufiger ganze Tiergruppen in ihrem typischen Verhalten ab.

Solche Skulpturen sind ungleich schwieriger zu modellieren, da in aller Regel thematisch auch das "Sozialverhalten" der Tiere erfasst und in der jeweils spe-

zifischen Situation "wiedergegeben" werden muss. 

Vera Lwowski: "Große Entengruppe" im Kurpark Badenweiler (Entwurf 1965, Aufstellung im Kurpark Badenweiler 1977)

Der kreative Schaffensdrang der Künstlerin ist ungebrochen. Die Abbildungen zeigen die rüstige 93-jährige Vera Lwowski in ihrem Bildhaueratelier im Haus Elisenthal in Dattenfeld. (Fotos: mh. 17.01.2016)

                 Abb. links:     sitzend am Arbeitstisch mit dem Modell eines Löwen

                 Abb. rechts:   stehend am Modellierbock mit der Modellbüste ihres 1992

                                      verstorbenen Ehemannes Wolfgang Lwowski

Anmerkung: Die meisten der hier abgebildeten Werke der Künstlerin sind dem Ausstellungskatalog: "Vera Lwowski - Tierskulpturen" aus dem Rheinlandia-Verlag Klaus Walterscheid, Siegburg; ISBN 3-931509-63-X entnommen. Die Aus-

stellung fand anläßlich des 75. Geburtstages der Künstlerin als große Retrospektiv-Einzelausstellung im Stadtmuseum Siegburg statt. Das Gesamt-Ouevre der Künst-

lerin umfasst heute weit mehr als 150 verschiedene Tierbronzen, von denen nur

etwa die Hälfte hier abgebildet werden konnten.

Kontaktadresse für Anfragen zum Werkverzeichnis:

                          Harald Lwowski - Tel: 02242/9142-22; eMail: lwowski@lwowski.eu

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