Otto Küppers (1888-1986)

Portrait Otto Küppers

Otto Küppers,  Landschaftsmaler (Eifelmaler), geboren am 13.5.1888 in Bonn; verstorben am 7. Oktober 1986 in Bonn. Sohn des Bildhauers Albert Küppers (1842 - 1929), der an der Universität Bonn als akademischer Zeichenlehrer und später als Kunstprofessor tätig war. Studium der Malerei von 1907 bis 1912 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Eugen Dücker (1841 - 1916), danach 1913/1914 einjähriges Studium der Landschaftsmalerei an der Kunstakademie Berlin-Charlottenburg. Eingezogen als Soldat im 1. Weltkrieg.

Nach Kriegsende Rückkehr nach Bonn, dort zunächst tätig als (Kunst-)Restaurator in der Bildhauerwerkstatt seines Vaters.

Otto Küppers: "Eifeldorf" (1903)

Schon früh offenbart sich Otto Küppers be-

sonderes zeichnerisches und malerisches

Talent. Bereits als Jugendlicher fertigt er - 

perspektivisch außerordentlich sicher -

Skizzen und Landschaftszeichnungen an,

die er mit zunehmender Professionalität far-

big aquarelliert. Das nebenstehende frühe

Aquarell stammt aus dem Jahr 1903.

(Sammlung Frank Schubert).

Otto Küppers Atelier: Das "Wachhäuschen"

In Bonn richtet sich Otto Küppers

ein Atelier im alten, denkmalge-

schützten "Wachhäuschen" des

Poppelsdorfer Schlosses ein. Von

dort aus unternimmt er Studien-

reisen in die Schweiz, nach Öster-

reich, Italien und in die Niederlan-

de. Im Winter schließt er sein

Atelier in Bonn und "zieht" in die

nahe Eifel. Hier wohnt er in der

Verwalterwohnung der angemie-

teten Skihütte des "Bonner Aka-

demischen Skiclubs" bei Hollerath.

Otto Küppers läd gelegendlich

Bonner Künstlerkollegen - unter

anderem Emil Krupa-Krupinski und August Sander - zu sich nach Hollerrath ein. Die  Skihütte erhält - wohl durch die ausufernden Hüttenfeste der Künstler bedingt - alsbald bei der einheimischen Bevölkerung den Spitznamen "Lasterhöhle" und die Künstler tun alles, um dem Ruf gerecht zu werden. Sie malen fantasievolle Schilder und schnitzen Holzplastiken, die sie als "Wegzeichen" zur "Lasterhöhle" in der Umgebung aufstellen. Kürzlich sind in der Skihütte einige zwischenzeitlich übertünchte Wand- und Türbemalungen aus Otto Küppers Hand entdeckt worden, die er zusammen mit seinem Künstlerfreund Emil Krupa-Krupinski ausführte. Im Grunde aber liebt Otto Küppers die Stille der Landschaft um sich herum. Er ist froh, wenn's  seine Kollegen zurück nach Bonn zieht und sie ihn in der "Lasterhöhle"

alleine lassen. Denn dann beginnt er damit, genau die Stille der Landschaft in Bildern umzusetzen. Er malt "pulvrig-glitzernden" Schnee, "nassen, pappigen" Schnee, "klirrende" Kälte und "Tauwetter". Unmittelbar nach Ende des 1.Weltkrieges wird Otto Küppers Mitglied des "Bonner Künstlerbundes". Die erste Ausstellung des Bonner Künstlerbundes findet 1919 im Städtischen Museum Villa Obernier in Bonn statt. Danach beteiligt er sich alljährlich an den Ausstellungen des "Bonner Künstlerbundes". Der künstlerischer Durchbruch gelingt ihm durch zwei Sonderausstellungen (Einzelaustellungen) im Museum Villa Obernier:  "Der deutsche Wald" und "Winter in den Bergen".

Otto Küppers: "Winter in den Bergen" Aquarell 28 x 36 cm; Sammlung Michael Hümmer,

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 zieht sich Otto Küppers in "seine Form des Naturalismus" zurück. Sein Ziel ist - wie er es gegenüber Journalisten formulierte - die "innere Durchdringung meiner Bilder. Ich will ihre Seele spüren, will in dem jeweiligen Motiv nicht nur den abgebildeten Ort, sondern gleichzeitig auch den Zustand fühlen, in dem sich das Motiv befindet. Darum ringe ich; ich muss einerseits das richtige Motiv und andererseits die richtige Stimmung finden." Otto Küppers konzentriert sich nun vollständig auf die Landschaftsmalerei. Die deutschen Mittelgebirge sind seine ausschließlichen Motive. Jede Landschaft - so Otto Küppers Credo - hat ein eigenes unverwechselbares Wesen, jede Landschaft hat ihren eigenen Charakter: Schwarzwald, Harz, Rhön, der Taunus und vor allem die Eifel.

Otto Küppers: "Frühling in der Eifel", Aquarell 28 x 36 cm; Sammlung Michael Hümmer

Otto Küppers zählt (leider) zu der "vergessenen Bonner Künstlergeneration". Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, dass das Kunstpublikum in den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders und geprägt durch die Bonner Sondersituation, auch kulturell eine  Bundeshauptstadt werden zu wollen (und zu müssen), einfach den Sinn für den Wert der Natürlichkeit - auch und besonders in der Abbildung des inneren Zustandes der Natur - verloren hat. 

So bleibt es bis auf weiteres den eher lokal denkenden oder den regional verwurzelten Sammlern überlassen, dem Werk dieses Landschaftsmalers die gebührende Anerkennung zukommen zu lassen.

Otto Küppers:"Im Siebengebirge", Aquarell 28 x 36 cm; Sammlung Michael Hümmer

Abb. links:  Otto Küppers                       Abb. rechts:  Otto Küppers

"Kornhocken bei Meckenheim"               "Waldstück am Venusberg"

Öl auf Pressholztafel                              Aquarell (Rückseite: Frühling in der Eifel)

45 x 55 cm (h x b)                                 28 x 36 cm (h x b)

Sammlung Michael Hümmer                    Sammlung Michael Hümmer

Otto Küppers: "Ginsterblüte in der Eifel" Sammlung Frank Schubert

Mit zunehmenden Alter läßt Otto Küppers Sehkraft mehr und mehr nach. Möglicher-

weise ist es diesem Umstand zu verdanken, dass seine Werke in den 80er Jahren

"verschwommener" wirken. Die gewohnte Präzision, mit der er normalerweise das

wechselnden Farbspiel in der Landschaft erfassen und auf Papier oder Leinwand

übertragen kann, schwindet. Er wird zunehmend farbenblind. Als er schließlich kaum noch eine Farbe erkennen kann, entsteht das nebenstehende - durchaus immer noch farbintensive - Gemälde, mit dem er ein letztes Mal die Ginsterblüte in der Eifel ("Eifelgold")  thematisch aufnimmt. Otto Küppers verstirbt im hohen Alter von 98 Jahren am 7.10.1986. Er wird auf dem Friedhof in Bonn-Poppelsdorf beigesetzt.

Otto Küppers - Reisebilder

Otto Küppers - Eifelbilder

Otto-Küppers - Winterbilder

Otto Küppers - Bonner Umgebung

Otto Küppers - Portraits + Stillleben

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