Günter Ferdinand Ris (1928 - 2005)

Das Künstlerprofil des Bonner Künstlers Günter Ferdinand Ris befindet sich aktuell in redaktioneller Vorbereitung. Dabei werden auf die früheren Angaben zur Biographie des Künstlers, die bisher im Kapitel "Sammlungsbezogene Künstlerprofile" wiedergegeben wurden sowie auf die im Kapitel "Bildarchiv/Scans" gesammelten Fotoabbildungen zurückgegriffen. (Nach redaktioneller Fertigstellung des Künstler-profils werden diese Seiten gelöscht).

Leider lassen sich in der Literatur nur wenig Hinweise auf konkrete Daten zum (privaten) Lebenslauf (Kindheit, Elternhaus, Schule, Studium, Familie, Freunde, Sammler, Förderer und zum Tode) des Künstlers finden, die Aufschluß über Günter Ferdinand Ris persönliche Prägungen und deren Umsetzung in sein künstlerisches Gesamt-Oeuvre geben. Für entsprechende Tipps und Hinweise, die als "Mosaiksteine" die Persönlichkeit des Künstlers erfahrbar machen, bin ich sehr dankbar. Gerne nehme ich auch Werke, die sich in Sammlerhand befinden, in das Künstlerportrait mit auf.

Kontakt und Infos - möglichst per eMail - erbeten an me.huemmer@web oder me.huemmer@googlemail.com.

Günter Ferdinand Ris

1928  Günter Ferdinand Ris erblickt am 16. Mai 1928 in

          Manfort, heute ein Stadtteil von Leverkusen, das

          Licht der Welt. Sein Vater - Fritz Ris (1897 - 1973)

          war ein renommierter Bau-Architekt (Diplom-Inge-

          nieur) und Stahl-Unternehmer (Stahlbaugesellschaft

          Rippensteck), der in Leverkusen gut vernetzt war

          und als Architekt u.a. für die Wiesdorfer Bauwerk-

          stätten GmbH arbeitete. Über andere Vorfahren,

          mögliche Geschwister, seine Erziehung und Konfes-

          sion ist leider wenig reportiert. Ebenso fehlen belast-

          bare Angaben zu dem Lebensumfeld, in dem der

          Junge aufwuchs.

1934  Vermutlich wird Günter - wie er zuhause gerufen

          wird -  in die stadtteilinterne Theodor-Wuppermann-

          Volksschule eingeschult und wechselt von dort (frühestens 1938) in ein Lever-

          kusener Gymnasium über (unbestätigt).

 

1939  Zu Beginn des 2. Weltkrieges ist Günter Ferdinand Ris 11 Jahre alt. Offen-

          sichtlich hat er seine (gymnasiale) Schulausbildung nicht beendet. Bei regu-

          lärem Schulablauf kann er frühestens 1944 die mittlere Schulreife erworben

          haben.

 

1943  Günter Ferdinand Ris meldet sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst. In welcher

          Funktion der 15-Jährige in der Folgezeit bis 1945 eingesetzt wird, ist unbe-

          kannt. Wahrscheinlich wird der Jugendliche zum "Deutschen Arbeitsdienst" 

          (ohne Fronteinsatz) verpflichtet und leistet seine Arbeit in einem kriegs-

          wichtigen, heimischen Rüstungsbetrieb ab (unbestätigt).

          Möglicherweise wird ihm später diese Zeit als Betriebspraktikum angerechnet.

          Wo und unter welchen Umständen der 17-jährige Günter Ferdinand Ris 1945

          das Ende des zweiten Weltkrieges erlebt, ist nicht bekannt. In der Folgezeit

          werden ihm die Studienvoraussetzung für ein akademisches Studium an

          einer Kunsthochschule / Akademie - möglicherweise aufgrund einer Sonder-

          begabtenprüfung - anerkannt.

Otto Laible "Eigenbildnis"

1947  Die staatliche Kunstakademie in Karlsruhe nimmt

bis      ihren - kriegsbedingt unterbrochenen - Studienbe-

1950  trieb wieder auf. Günter Ferdinand Ris schreibt sich

          für ein Studium der "freien Malerei" dort ein (unbe-

          stätigt). Im Rahmen des Grundstudiums vermittelt

          der neuernannte Leiter der Zeichenklasse, Otto

          Laible (1894-1962) den Studenten die notwendigen

          Basiskenntnisse. Günters Zeichenlehrer wird 1949

          zum ordentlichen Professor an der Kunstakademie

          Karlsruhe ernannt. Er gilt zunächst als Vertreter

          eines französisch - auf Corot und Delacroix zurück-

          gehenden - "realistischen Impressionismus" und be-

          müht sich vor allem durch Exkursionen darum, sei-

          nen Studenten eine "Annäherung" an die damalige internationale Kunstent-

          wicklung, vor allem an die trendsetzende französische Kunst zu ermöglichen.

          Unter anderem besucht Otto Laible mit seinen Studenten Ausstellungen von

          Georges Braque, Henri Matisse und anderen, der Abstraktion zugewandten

          französischen Künstlern. Nur wenige Jahre zuvor waren Werke dieser Künst-

          ler in Deutschland noch als "entartet" gebrandmarkt worden.

Studieninhalte und Schwerpunkte

          Wieviele Semester Günter Ferdinand Ris an der Kunstakademie Karlsruhe

          zugebracht hat, ist nicht genau bekannt. Nach eigenen Angaben wechselte

          er zwischenzeitlich von der Kunstakademie Karlsruhe zur Kunstakademie nach

          Düsseldorf, um dort seine Studien fortzusetzen und zu erweitern. Schließ-

          lich aber wechselte er zurück zu der Freiburger Außenstelle der Kunstaka-

          demie Karlsruhe. Er studiert weiterhin das Fach "freie Malerei", konzentriert

          sich aber auf das von der Neuen Sachlichkeit beeinflußte "analytisches

          Zeichnen", das der zur Künstlergruppe "Der Kreis" gehörige Maler und

          Lithograph Karl Hubbuch (1891-1979) als neuer Professor an der Kunst-

          akademie Karlsruhe lehrt. Otto Laible und Karl Hubbuch hatten zusammen die

          Künstlergruppe "Der Kreis" unmittelbar nach Kriegsende gegründet, um eine

          nachhaltige "Um- und Neuorientierung" in der Deutschen Kunst voranzu-

          treiben.         

Günter Ferdinand Ris: Studienarbeiten - Gartenidylle und Portraitübung (um 1948/49)
Günter Ferdinand Ris: Portraitstudie (1951) Zeichnungsauszug aus seinem Skizzenbuch

          Nach eigener Aussage beschäftigt sich Günter Ferdinand Ris während seines

          Studiums - wohl angeregt, möglicherweise auch in innerer Abgrenzung zum

          Beruf seines Vaters - mit neuen architektonischen Ausdrucksformen. Sein

          besonderes Interesse gilt den Architekten Walter Gropius (1883-1969),

          Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969), LeCorbusier (1887-1965), Alvar Aalto

          (1898-1976) und Oscar Niemeyer (1907-2012). Alle waren nicht nur begnade-

          te Architekten, sondern zugleich auch Designer und Formgestalter. Sie alle

          waren überzeugt, dass die Gestaltungsbasis einer menschlichen Wohn- und

          Lebenswelt ein universales, strukturell-ästhetisches Maßsystem für Linien-,

          Flächen- und Raumbeziehungen sei, das "hinter" aller Gestaltung stehe und

          in sich die Voraussetzung für visuell erfahrbare ästhetische Harmonie bilde.

          Nicht unähnlich - in Teilen sogar durchaus vergleichbar - den akustisch er-

          fahrbaren Harmonien in der Musik. Auch Günter Ferdinand Ris scheint diese

          Art der Verwandschaft zwischen Architektur und Musik empfunden zu haben.

          Auch er geht auf seine Weise auf die Suche nach den grundlegenden ästhe-

          tisch-harmonischen Gesetzmäßigkeiten und Wirkungsparametern in der

          bildenden Kunst, sieht seine "Explorations- und Erkundungsinstrumente"

          allerdings weniger in der Malerei, als vielmehr in Zeichnung, Grafik und

          Typographie. Dennoch studiert Günter Ferdinand Ris nach eigenen Angaben

          von 1947 bis 1950 an den Kunstakademien Karlsruhe, Düsseldorf und

          Freiburg "Freie Malerei", wohl weil er in diesem Fach am ehesten die

          Möglichkeit gegeben sieht, sich und seine ausgeprägte Affinität zu Problem-

          stellungen der architektonischen Linien-, Flächen- und Raumkonstellationen

          weiter zu entwickeln.        

          Ob er seine Studienzeit in Karlsruhe, Düsseldorf und Freibung erfolgreich mit

          einem "Akademiebrief" seiner Professoren beenden konnte, ist nicht belegt.

          Ein formales Studienende per eingetragener Exmatrikulation in den Akade-

          mieverwaltungen ist nach derzeitigem Recherchestand - möglicherweise

          wegen nachkriegsbedingter organisatorischer Schwierigkeiten im Laufe bzw.

          im Vollzug der unterschiedlichen Studien-Neuordnungen in den verschiedenen

          Besatzungszonen - nicht dokumentiert worden.

          In der Folgezeit verliert sich Günter Ferdinand Ris Biografie für mehrere

          Jahre. Dem Vernehmen nach soll er zwischen 1947 und 1950 an einigen

          Veranstaltungen der "Alfterer Donnerstagsgesellschaft" als kunstinteressierter

          externer Gast teilgenommen und in diesem Zusammenhang auch die beiden

          Brüder Hann und Eduard Trier kennengelernt haben. Insbesondere Eduard 

          Trier wird Günter Ferdinand Ris Lebensweg in der Folgezeit noch mehrfach

          kreuzen und stark beeinflussen. In welchem Maße die Mitinitiatoren und

          künstlerischen Impulsgeber der Alfterer Donnerstagsgesellschaft, vor allem

          die damals überwiegend grafisch-abstrahierend arbeitenden Künstler Hubert

          Berke, Joseph Faßbender und Hann Trier Einfluß auf die spätere künstlerische

          Entwicklung von Günter Ferdinand Ris hatten, kann nur vermutet werden.

          Mit Sicherheit kannte der Kunststudent damals deren vieldiskutierten neuen

          Kunsttheorien und -auffassungen, mit denen die Alfterer Donnerstagsgesell-

          schaft einen initativen Neuanfang in der westdeutschen Nachkriegskunst

          setzen wollte (und konnte).

          Wahrscheinlich verfolgte Ris auch die ausgestellte Arbeiten dieser Künstler 

          sehr genau. Offensichtlich ließ er sich von einzelne Blättern sogar dazu an-

          regen, parallele eigene Ausdrucksformen zu suchen.

1952  Um sich als Künstler finanziell "über Wasser zu halten", arbeitet Günter

          Ferdinand Ris nach eigenem Bekunden "nebenher" als festangestellter

          Typograph und Schriftsetzer für verschiedene Druckereien und Reproan-

          stalten. Zunächst noch im badischen Raum um Freiburg, später - nach seiner

          Rückkehr - auch in der heimischen Gegend um Leverkusen, Köln und Bonn.

          In den kommenden Jahren lebt und arbeitet er in Schlebusch, einem Stadt-

          teil von Leverkusen, der unmittelbar an Leverkusen-Manfort angrenzt, wo er

          geboren wurde und aufwuchs. Hier lernt er auch seine spätere Frau Hildegard

          Hofmann kennen. Der Ehe entstammen drei Kinder - Frank, Eva und Daniel

          Ris.

Erkundung der Fläche

1953  Günter Ferdinand Ris malt seine ersten abstrakten Bilder. Zu Übungs- und

          Präsentationszwecken legt er einen umfangreichen Fundus von Skizzen,

          Zeichnungen und Gemälden an. In ihnen erkundet er (unter Vermeidung

          jeglicher konkreter thematischer Bezüge) die elementare "Konstituierung"

          von zunächst ausschließlich planen Flächen zueinander. Er "konstituiert"

          einen Basisbildraum, auf dem er Haupt-, Neben- und Begleitflächen "agieren"

          läßt, untersucht grafisch-analytisch die Möglichkeiten linearer und farbig-

          kontrastierender Abgrenzungen, Grenzlinien, Grenzflächen, Eckbeziehungen,

          Drehungen und Verschiebungen.

          Systematisch erkundet er seine "Konstruktionsparameter", kommt vom Punkt

          zur Geraden, von der Geraden zur Fläche und von der Fläche zum Raum. Er

         "fühlt" den Dingen nach, setzt Flächenzentren gegeneinander, baut Span-

          nungen zwischen ihnen auf. "Kontraflächen" entstehen, die als Spiegelungen,

          Wiederklänge oder Rotationen eine für Ris fühlbare Eigendynamik besitzen.

          Letztendlich sind es die ganz grundlegenden Harmonien, die er in seinen

          "architektonischen Flächenkonstitutionen" visuell aufspürt. Ähnlich muß ein 

          Musiker empfinden, der "hinter" seinen Noten als "konstituierende" Chiffren

          einer Tonfolge bereits akustisch eine Melodie, zumindest aber eine musika-

          lische Harmonie sowie den umgebenden "Klangraum" (Sound) erkennen und

          definieren kann. Hat ein Künstler bei seiner Suche Erfolg, benötigt er die

          vielen Vorschritte nicht mehr, die er häufig zur experimentellen Erkundung

          eines Wirkzusammenhanges  (beispielsweise einer Flächenrotation oder einer

          Schwerpunktsverlagerung zur Erzielung von Flächengleichgewichten und  

          Flächenharmonie) brauchte.

          Er muß sich logischerweise von ihnen trennen, da "Vorstufen" in aller Regel

          nur Teillösungen darstellen und erst die Verbindung aller Vorstufen ein über-

          zeugendes, in sich stimmiges und abgeschlossenes Gesamtwerk erzeugt.

1955  Die moderne, sich progressiv darstellende deutsche Nachkriegskunst nimmt

          Mitte der 50-er Jahre Fahrt auf. Erste Museen, Galerien und Sammler rea-

          gieren auf das überwiegend von den Künstlern selbst, respektive den Künst-

          lergruppen und -vereinigungen angebotene Programm. Neue Sicht- und Denk-

          weisen sind auf einmal in der bildenden Kunst angesichts der deutlich konzep-

          tionelleren Themenstellungen, die die Künstler "anpacken", gefragt. Man will

          aufrütteln, will provozieren, politisch und gesellschaftlich nach den Erfah-

          rungen des 2. Weltkrieges nicht mehr "Volk" und "Masse" und damit händel-

          bar sein. Zum Teil wird bewußt eine Abkehr von den "traditionell-überlieferten

          Kunst- und Kulturwerten" (wie Wahrheit, Schönheit, Ästhetik und Harmonie)

          vollzogen und statt dessen Unverständlichkeit, Abstraktion, Provokation und

          Revolte propagiert. Tendenziell wird die Kunst nun engagierter und dogma-

          tischer.  Sie wird zum Instrument einzelner Künstlerpersönlichkeiten und

          der Erläuterung ihrer Weltsicht erklärt. Kunst muß etwas aussagen! Erst

          durch ihre Intention und ihre Aussage gewinnt Kunst ihre neue Dimension,

          wird mehr und mehr zum aufklärerischen, (kultur-)politischen Werkzeug und

          dient letztendlich der aktiven Meinungsbildung und Meinungsbeeinflussung.

          Der Begriff "Kunstmacher" kommt auf. Er bezeichnet weniger die Künstler

          selbst, als vielmehr die öffentlichen Präsentatoren und Interpretatoren der

          Kunst. Sie "managen" das Verständnis für modernen Kunst in der Gesell-

          schaft (und in ihren Institutionen), machen ursprünglich individuellen künst-

          lerischen Ausdruck durch gezielte Präsentationen, Diskussionen, Presse-, PR-

          und "Lobbyarbeit" zum Stil, zum Trend, zum Zeitgeist.

Richard Mortensen

          Besonders prägend wirkt sich die erste dokumenta

          1955 in Kassel aus. 148 internationale Künstler sind

          zur Teilnahme aufgefordert und sollen auf diesem

          westdeutschen "Weltforum der Kunst" ihre persön-

          liche Kunstauffassung als Trends der zeitgenössisch-

          modernen Kunst durch die Präsentation, durch Aktio-

          nen und Diskussionen für das Publikum (und die ver-

          sammelten Künstlerkollegen, Kunstmacher und       

          Kunstmanager) erfahrbar und transparent machen.

          Unter anderem stellt der Dänische Maler Richard

          Mortensen (1910- 1993), der seit 1947 ein Atelier in

          Paris unterhält und bestens in der französischen

          Künstlerszene verankert ist, die Ergebnisse seiner

          experimentellen Flächenmalerei und deren interlek-

          tuellen Hintergründe vor. Günter Ferdinand Ris

          kannte Richard Mortensens Werke schon seit seinem Studium. Er lernt den

          Künstler auf der dokumenta 1955 persönlich kennen. Mortensen denkt

          ähnlich wie er. Sie verabreden sich und Ris besucht Mortensen noch im

          gleichen Jahr anläßlich einer Kunstexkursion nach Holland und Frankreich in

          dessen Atelier in Paris. Richard Mortensen Werke haben in der Folgezeit

          großen Einfluß auf Ris künstlerische Entwicklung.

Leo Breuer (1955)

          In Paris trifft Ris auch auf den Bonner Maler Leo

          Breuer, der inzwischen zum Vorsitzenden des "Salon

          des Realites Novelles (RN)" in Paris gewählt wurde.

          Leo Breuer - selbst ebenfalls ein Anhänger der ab-

          strakt-geometrischen Flächenmalerei - organisiert im

          Zuge der Deutsch-Französischen Freundschaftsbe-

          strebungen sowohl in Frankreich, als auch in

          Deutschland Kunstausstellungen, in der "die noch

          zarte Pflanze des Deutschen Informels" einem

          größeren Publikum vorgestellt wird. Leo Breuer

          ermöglicht Ris die Teilnahme an diesen Ausstellun-

          gen. Günter Ferdinand Ris kürzt seine Vornamen,

          wird zu G.F.RIS. Man wird auf den jungen, dem

          Deutschen Informel zugerechneten Maler G.F.RIS erstmals auch international

          aufmerksam.

Eduard Trier (ca.1959)

          So auch der Kölner Kunsthistoriker und angesehene

          Ausstellungskurator Eduard Trier (1920-2009), der

          damals unter anderem als Publizist und Kunstkritiker

          für eine Reihe namhafter Kunstverlage sowie für die

          Feuilletons im Bonner Generalanzeiger (GA), in der

          Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und in der

          Wochenzeitung Die ZEIT schreibt. Er kennt die rhei-

          nische Künstlerszene schon seit den Veranstaltungen

          der Alfterer Donnerstagsgesellschaft. An diesen ist

          auch sein Bruder Hann Trier initiativ-künstlerisch und

          organiatorisch beteiligt. Eduard Trier ist ein "Insider"

          und sieht seine Aufgabe darin, die Künstler "auf

          ihrem Weg in die Moderne" sachkundig zu betreuen.

         "Intern" gibt er den Künstlern Tipps und Hinweise zur Positionierung und

          stilistischen Abgrenzung ihrer Werke. Durch seine weitgespannten Be-

          ziehungen sorgt er dafür, dass die Werke in öffentlichen Präsentationen,

          Ausstellungen, Galerien und Museen gezeigt werden.

          Sowohl zur dokumenta 2 wie zur dokumenta 3 ist Eduard Trier als verant-

          wortlicher Ausstellungskurator und Berater des ersten Dokumenta-Intendan-

          ten Arnold Bode tätig. Zudem verantwortet er als Kommissar des Deutschen

          Pavillons auch die Auftritte Deutscher Künstler zur Biennale in Venedig und

          sitzt in den Gutachterkommissionen zur Vergabe von Künstlerstipendien des

          Bundes und der Länder. 

1958  Günter Ferdinand Ris reist nach Korsika und hält sich längere Zeit bei Richard

          Mortensen auf, der dort eine Ferienwohnung besitzt. Sie malen gemeinsam

          vor Ort in einem von Mortensen angemieteten Atelier.