Joseph Schnorrenberg - Die Reise nach Combray II
"Es ging mir wie denen, die sich auf die Reise begeben, um mit eigenen
Augen eine Stadt ihrer Sehnsucht zu schauen und sich einbilden, man
könnte der Wirklichkeit den Zauber abgewinnen, den die Phantasie uns
gewährt." (Marcel Proust)
Sammelbild Nr. 51, 2016 DIE REISE NACH COMBRAY (Objet trouve), 2017
LA MEMOIRE INVOLONTAIRE
In seiner Recherche unterscheidet Marcel Proust zwischen bewusster Erinnerung (memoire intellectuelle)
- so wie wir heute etwa in Fotoalben blättern oder alte Schallplatten hören - und unwillkürlicher Erinnerung (memoire involontaire), die für einen Augenblick und unvorhersehbar wie ein imaginäres deja-vu daherkommt, "ein Ewigkeitswert, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen" schreibt Proust.
Bibliothek der wiedergefundenen Zeit
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Mehr auf treffpunkt-kunst.net:
Proust. Paris. Combray.
Werkreihen: Glanzbilder, Sammelbilderzyklus (2012-2017)
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Beitrag zur Ausstellung: OH LUDWIG im Künstlerforum Bonn 2020
Mit zunehmendem Alter entwickelt sich der "studierte" bildende Künstler Joseph Schnorrenberg immer mehr zum anspruchsvollen analytischen Konzeptkünstler. Und so dient ihm die Ausstellung der Kunstgruppe plan B zum Thema: OH LUDWIG als Plattform dazu, um mit seinem vielleicht reifestem Werk - der Installation "Die Vogelschiss-Sonate" im Sinne von Ludwig van Beethoven "künstlerische Kante" zu zeigen. Im Allgemeinen sind es vornehmlich Literaten und Poeten, die in ihren Werken gegenüber ihren Lesern gesellschaftspolitisch aufklärend tätig werden. Ludwig van Beethoven soll sich ähnlich geäußert haben: "Jeder Künstler - so auch jeder Musiker - lebt in einem gesellschaftlich-politischen Umfeld und jeder sollte, wenn er ernst genommen werden will, als Bürger auf seine Art und in seinem Medium mutig Stellung beziehen".
Joseph, genannt Hans Schnorrenberg tut dies. Und er tut dies mit einer großen, wandfüllenden Installation, die ein noch heute vielfach totgeschwiegenes Thema -
den Wiederstand einzelner Künstler gegen das Nazi-Regime - aufnimmt.
Zentrales Element seiner Installation ist ein Portrait des heute fast völlig vergessenen Bonner Musikers und Komponisten Karlrobert Kreiten (1916-1943)
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Hans Schnorrrrenberg recheriert und dokumentiert das Leben und Wirken dieses Musikers, der im September 1943 sein Leben im Wiederstand gegen Hitler und das Nazi-System durch Erhängen in Berlin Plötzensee verlor. Er wurde denunziert und wegen Wehrkraftzersetzung vom Volksgerichthof zum Tode verurteilt. Schnorrenberg nennt in seiner Tafel: "Das Ensemble" Ross und Reiter:
Wer genauer hinsieht, wird in der Grifflochanordnung der aufgereiten Leitzordnern die Noten der Volksweise: "Alle Vögel sind schon da" erkennen. Die auf dem Boden vor der Installation verstreuten Ordner suggerieren Akten. Möglicherweise die Akten des Volksgerichtshofes, möglicherweise aber auch die Akten und Aufzeichnungen der
jahrelang angesammelten Recherchematerialien von Joseph Schnorrenberg, darunter Kopien und Zitate aus der umfangreichen, mehr als 2000 Seiten starken Dokumentation: "Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus" der Bundes-zentrale für politische Bildung (BpB) in Bonn.
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