Ludwig Gies (1887 bis 1966)

Ludwig Gies

1887  Ludwig Gies erblickt am 03. 09.1887 als ältestes von

          drei Kindern des Ehepaars Philipp und Johanna Gies,

          geborene Grieb, in München das Licht der Welt. Über

          sein Elternhaus sowie Ludwigs Kinder- und Jugend-

          zeit ist nur wenig bekannt. Wahrscheinlich wurde er

          zu Ostern 1894 eingeschult.

 

1902  Nach Abschluß der Volksschule beginnt Ludwig Gries

          eine Lehre als Metallbildhauer bei der alteingesesse-

          nen Münchener Firma Winhart & Co., die in Zusam-

          menarbeit mit namhaften Künstlern deren Entwürfe

          mit einem hohen kunsthandwerklichen Anspruch aus-

          führt. Winhart & Co ist seit 1885 in der Münchner

          Maxstadt, Marsstraße 7 tätig und seitdem nach eige-

          nen Angaben auf die künstlerische Gestaltung von Obkelten aus Messing,

          Kupfer, Nickel, Chrom sowie aus Silber und Gold spezialisiert. Das Unter-

          nehmen firmiert noch heute in der Marsstraße 17 und bietet individuell im

          Kundenauftrag gefertigte Leuchtenprogramme und Gebäudebeleuchtungen

          an.

Werbeplakat der Firm Winhart & Co

          Bei Winhart & Co lernt Ludwig Gies -

          vermittelt durch seinen Ausbildungs-

          meister Johann Vierthaler - "von der

          Pike auf" die Kunst des Ziselierens.

          Eine Bearbeitungsform, bei der Metall-

          stücke mittels Hammer und Meißel,

          Stichel und Punzen (Formstempel) in

          verschiedene, meist runde Formen

          getrieben und an den Oberflächen mit

          Figuren und Dekormotiven kunstvoll

          verziert werden. Die Zeit des Jugend-

          stils ist angebrochen und so lernt

          Ludwig Gies in täglichen Praxis den "Formenkanon" dieser Kunstrichtung ken-

          nen. Schon früh kommt er mit Künstlern wie Richard Riemerschmid und Bruno

          Paul in Kontakt, die "bei Winhart" arbeiten lassen und später auch im Auftrag

          der Firma Winhart & Co Ausstattungsentwürfe für deren Kunden (Architekten

          für Kirchen-, Schlösser- und Theaterbau) anfertigen.  

1904  Die überwiegend ausführende kunsthandwerkliche Arbeit fasziniert Ludwig

          Gies. Er besucht - lehrbegleitend - die Städtische Gewerbeschule München und

         "saugt auch die Theorie des Gestaltens wie ein Schwamm ein." Hier lernt er

          auch die Grundlagen der Steinbildhauerei, Ikonografie, Schriftkunde, Ent-

          wurfs- und architektonisches Zeichnen kennen. Die künstlerischen Metallbe-

          arbeitungsverfahren, die in seinem Lehrbetrieb angewandt werden, interes-

          sieren ihn natürlich besonders und er beginnt, seine Materialkenntnisse durch

          selbständiges Experimentieren außerhalb der offiziellen Werkstatt-Arbeits-

          zeiten zu erweitern. Nach und nach wächst in ihm der Wunsch, neue, eigen-

          entwickelte Metallbearbeitungsformen auszuprobieren und eigene Entwürfe

          künstlerisch-kreativ zu realisieren.

          Bei Winhart & Co läßt man ihm freie Hand und so besucht Ludwig Gies

          zusätzliche Abend- und Sonntagskurse sowie einschlägige Ferienakademien,

          um das "Modellieren" zu lernen, was in aller Regel durch "experimentelle"

          Holzschnitzübungen vermittelt wird. Schon bald wird man in der "Städtischen

          Gewerbeschule" auf den Lerneifer und das besondere Talent von Ludwig Gies

          aufmerksam und empfiehlt ihm - dem Lehrling - zukünftig zusätzlich die re-

          nommierte "Königliche Kunstgewerbeschule (KGS) München" zu besuchen.

          Man versieht ihn mit einer entsprechenden schriftlichen Empfehlung und

          ebnet ihm so den Weg. Ludwig Gies nimmt dieses Weiterbildungsangebot

          freudig an.

1906  Im Sommer 1906 schließt er seine Lehrzeit bei Winhart & Co - und damit

           verbunden - auch die berufsbegleitende Theorie in der "Städtischen

          Gewerbeschule München" als Geselle ab. Ein Jahr lang besucht er nun ganz-

          tags die "Königliche Kunstgewerbeschule (KGS) München."

 

1907  Bis Juli 1907 wird er von den Professoren Fritz von Miller, Anton Pruska, vor

          allem aber von Maximilian Dasio und Heinrich Waderé in ornamentalem und

          figürlichem Modellieren unterrichtet. Man führt ihn gezielt an die "Medaillen-

          kunst" heran. In dieser Zeit erlebt die Medaillenkunst an der KGS München

          durch die Entwicklung und den Einsatz neuer Schmelz- und Gießtechniken

          einen besonderen Höhepunkt. Faktisch wird ein breites Spektrum neuer

          künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten in dieser Disziplin eröffnet. Ludwig

          Gies profitiert davon. Systematisch erprobt er auch andere, ihm neue

          Materialien, wie Porzellan, Glas und Steinguß. Sein Anspruch ist hoch. Er will

          ein Meister sein, das jeweilige Material voll ausreizen und gestalterisch be-

          herrschen. So schafft er sich aus tätiger Praxis heraus einen soliden uni-

          versellen Background für spätere bildhauerische Arbeiten.

1908  Nach Ableistung einer Aufnahmeprüfung schreibt sich Ludwig Gies im Mai

          1908 zu einem Bildhauerstudium an der Münchner Kunstakademie ein. Formal

          ist er gezwungen, zunächst ein gestalterisches Grundstudium zu durchlaufen.

          Das führt naturgemäß zu Problemen, da er die vermittelten Grundlagen schon

          längst beherrscht. Offensichtlich kommt er auch mit der akademischen Art

          der Wissenvermittlung "nicht ganz so gut" zurecht. Er "schleppt sich" durch

          das Grundstudium, sieht unter den gegebenen Umständen aber keinerlei

          kreative Entwicklungsmöglichkeit für sich und geht lieber wieder als ausge-

          bildeter Zieseleur bei Winhart & Co arbeiten. Man läßt ihm freie Hand und so

          kann er hier viel Neues ausprobieren. Sicherlich ist dies die wohl wichtigste

          Zeit für die künstlerischen Selbstfindung von Ludwig Gies. Die Grundzüge

          einer eigenen stilistischen Handschrift werden - beeinflußt durch den aufkom-

          menden Münchner Expressionismus - erkennbar. Nach vier Semestern bricht

          Ludwig Gies sein Bildhauerstudium an der Kunstakademie München ab. Sieht

          man von dem dort immer noch vertretenen "Historismus" ab, kann ihm die

          Akademie - vielleicht mit Ausnahme der monumentalen Holzschnitzkunst -

          kaum noch kreative Impulse für seine weitere künstlerische Tätigkeit ver-

          mitteln. In der Folgezeit "vagabundiert" er im Münchner Umfeld herum,

          verbringt einige Monate in Mindelheim und hospitiert in der Porzellanmanu-

          faktur Nymphenburg. Sein Geld verdient er sich in dieser Zeit als freiberuf-

          licher Zeichner, Entwerfer und Objektentwickler für Winhart & Co. 

1914  Als der 1. Weltkrieg ausbricht, distanziert sich Ludwig Gies von dem allent-

          halben anzutreffenden Patriotismus. Gesundheitliche Gründe verhindern sei-

          nen aktiven Einsatz in der Armee, dennoch kommt er seiner vaterländischen

          Pflicht nach und meldet sich als Freiwilliger zum Arbeitsdienst. Seine kritische

          Einstellung zum Hurra-Patriotismus jener Zeit wächst. Er stellt in seinen Ar-

          beiten vermehrt das Kriegsleiden dar und wird dafür angefeindet. Teilweise

          unterliegen seine Werke einer öffentlichen Zensur und so sieht Gies sich

          gezwungen, anstehende Ausstellungen mit eher "bedachten und thematisch

          zurückhaltenden Werken" zu beschicken. Da er dem institutionellen Kunst-

          betrieb - den Kunsthändlern, Galeristen und Museumsleuten - ohnehin recht

          kritisch gegenüber steht, stellt er alsbald seine öffentlichen Ausstellungsakti-

          vitäten ganz ein. Andererseits möchte er aber gerne sein gesammeltes

          Wissen und Kenntnisse im plastisch-gestalterischen Bereich weitergeben.

          Dazu ergibt sich schon bald Gelegenheit.

1917  Der Leiter der "Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin" - Bruno

          Paul - kommt nach München zu Besuch. Er trifft Ludwig Gies und bietet ihm

          die mit dem Weggang von Joseph Wackerle in Berlin freigewordene Stelle für

          Medaillenkunst zur Nachbesetzung an. Ludwig Gies sagt zu. Er erhält zunächst

          eine Klasse für Stempelschneiden und Modellieren, die sich überwiegend an

          Goldschmiede und Ziselleure wendet. Ludwig Gies ist ganz in seinem Element.

          Da er auch in anderen Materialien und Gestaltungsdisziplinen zu Hause ist,

          überträgt man ihm wenig später die komplette Bildhauerklasse, die sowohl die

          Bearbeitung von Stein, Holz, Eisen und Stahl, als auch die Bearbeitung von

          Edelmetallen, Gold, Silber, Bronze, Messing, Kupfer, Aluminium und Elfenbein

          umfaßt.

Ludwig Gies: "Großes Crizifix"

1921   Ludwig Gies arbeitet an einem "Großen Cruzi-

           fix", das der Lübecker Museumsdirektor Carl

           Georg Heise für die Lübecker Marienkirche bei

           ihm in Auftrag gibt. Es wird 1922 auf der Deut-

           schen Gewerbeschau München gezeigt und er-

           regt wegen seines provozierenden - "überex-

           pressionistischen" Stils sofort massives Auf-

           sehen. Die Darstellung stößt bei weiten Teilen

           der Bevölkerung auf strikte Ablehnung. "So

           darf man Jesus Christus, unseren göttlichen

           Heiland, einfach nicht darstellen!" Der "Volks-

           zorn" äußert sich spontan. Kurz nach der Auf-

           stellung des Kreuzes im Lübecker Dom wird

           der Kopf und einige Dornen der Dornenkrone

           abgeschlagen und der Kopf in dem nahegele-

           genen Fluß Trave "entsorgt". 

Detail: "Großes Cruzifix" Monumentale Holzskulptur im Lübecker Dom (um 1922)

1924  Unabhängig davon - oder vielleicht gerade ausgelöst durch die massiven

          anti-expressionistischen Anfeindungen übernimmt Ludwig Gies zwei Jahre

          später die "Klasse für Plastik" an den "Vereinigten Staatsschulen für Freie

          und Angewandte Kunst" in Berlin. Als diese 1927 zur "Akademie der Bilden-

          den Künste, Berlin" umgewandelt wird, erhält Gies den akademischen Pro-

          fessorentitel, wird "verbeamtet" und ist fortan für die Ausbildung der Bildhauer

          an der Berliner Kunstakademie mitverantwortlich.

1931  Ludwig Gies wird zum ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der

          Künste ernannt. Er gilt als einer der Väter der neuen deutschen Medaillen-

          kunst. Adolf Hitler soll ihm persönlich in dieser Zeit durchaus wohlwollend

          gegenüber gestanden haben.

1935  Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wird Gies im Zuge

          der Maßnahmen zur Gleichschaltung einer arisch-deutschen NS-Kunst Mitglied

          der Reichskammer der Bildenden Künste in Berlin.

          Er erhält "ehrenvolle" Partei- und Staatsaufträge u.a. für die rassenideolo-

          gischen Ausstellung: "Das Wunder des Lebens" vom 23.03. bis 5.5.1935 in

          Berlin, für die er das einleitende Monumentalrelief mit dem Titel: "Das Führer-

          prinzip" entwirft.

          Für den Erweiterungsbau der Reichsbank (1935-1939) kreiert er deren Außen-

          Insignien: Einen großen Reichsadler mit Eichenkranz und Hakenkreuz.

1937  Schon wenig später wird es jedoch eng um den veritablen Künstler. Man

          weist ihm regierungskritische Aussagen und Sympathieerklärungen für

          verfolgte jüdische Studenten nach. Zudem wird seine Nähe zum entarteten

          (undeutschen) Expressionismus anhand der Rekonstruktion seines "Großen

          Cruzifixes" thematisiert. In erster Konsequenz wird er aus der "Preußischen

          Akademie der Künste" ausgeschlossen. Sodann wird ihm seine Professur an

          der Kunstakademie Berlin aberkannt. Unbeabsichtigt wird Ludwig Gies

         "Großes Cruzifix" damit eines der weltweit bekanntesten expressionistischen

          Kunstwerke. Wohl auch deshalb, weil die Nazi-Schergen es als Paradebei-

          spiel für "Moderne Antikunst" im Rahmen der Gegenausstellung zur Aus-

          stellung "Deutschen Kunst" im eigens neuerbauten "Haus der Deutschen

          Kunst" besonders herausstellen.   Auch in der nachfolgenden Wanderaus-

          stellung: "Entartete Kunst" wird das "Große Cruzifix" - beispielhaft für den

          unvölkisch-zersetzenden "Kulturbolschewismus" in der internationalen Kunst -         überall im Deutschen Reich gezeigt. Der Verbleib dieses Kunstwerkes ist bis

          heute nicht restlos geklärt. Man geht davon aus, dass es kurz vor Kriegs-

          ende mutwillig zerstört wurde. Andere Quellen besagen, das Cruzifix sei

          bei einem ungeschützten Bahntransport durch Brandbomben irreparabel be-

          schädigt worden und zum "Ausflicken" von Bahnschwellen zersägt worden. 

 

1939   Ludwig Gies ist 52 Jahre alt, als der 2. Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen

           beginnt. Ob und inwieweit er in das Kriegsgeschehen einbezogen ist, ist

           nicht bekannt.

          In den folgenden Jahren verliert sich Ludwig Gies biografische Spur gänzlich.

          Wahrscheinlich teilt er das Schicksal vieler "entarteter" Künstler in Deutsch-

          land. Er geht in die "innere Emigration", taucht im öffentlichen Leben einfach

          nicht mehr auf, ist weder in Ausstellungen noch bei informellen (regiona-

          len) Künstlertreffen präsent. Es steht aber zu vermuten, dass er im Privat-

          bereich durch das Anfertigen kleinerer Holzschnitzskulpturen und die Vor-

          lagenmodellierung für Porzellan- und Majolika-Abgüsse weiterhin künstlerisch

          tätig ist. Wo und wie Ludwig Gies das Ende des 2. Weltkriegs erlebt, ist nicht

          überliefert.

          Bis Anfang der 50-er Jahre soll er freiberuflich als Ziselleur in Berlin tätig

          gewesen sein. 

Ludwig Gies in der Kölner Werkkunstschule 1953

1950  August Hoff, ein Schüler von Richard Riemer-

          schmid, den der ehemalige Kölner Oberbür-

          germeisters Konrad Adenauer nach dem 1.

          Weltkrieg mit der Leitung der Kölner Werkschu-

          len betraut hatte, beruft Ludwig Gies 1950

          zum Dozenten der Bildhauerklasse an die

          Werkschule Köln.

          Gies hat damit in Köln eine neue künstlerische

          Heimat gefunden. Er erhält seine Ernennungsur-

          kunde als Kunstprofessor, wird beamtenrechtlich

          wieder eingestellt und versieht seinen Dienst

          am Kölner Ubierring. Als dort ein Neubau ansteht,

          überarbeitet Gies - zusammen mit dem Architek-

          ten - die Planung und fügt in die Geschoßbänder

         "höckerähnliche" Rundungen ein, weshalb der

          ganze Bau im Kölner Volksmund in Anlehnung an

          einen Artikel in der Kölner Rundschau: "Kölner Musentempel eröffnet" schon

          bald den viel einprägsameren  Namen "Kölner Busentempel" erhält.

Ludwig Gies: Hoheitszeichen der BRD

           In der Folgezeit begleitet Ludwig Gies

           von Köln aus den "architektonischen

           Wiederaufbau" der jungen Bundesre-

           publik Deutschland. Nachdem sich der

           provisorische Sitz der Bundesregie-

           rung und des Deutschen Bundestages

           im nahen Bonn gebildet hat, wird der

           Plenarsaal des Bundeshauses mit ei-

           nem hohheitlichen "Bundesadler" nach

           den Entwürfen von Ludwig Gies aus-

           gestattet. Das saalbeherrschende

           Zeichen auf der Stirnwand des Plenar-

           saales erhält im Volksmund schnell den Namen "Fette Henne" und ist - auch

           wenn nur selten unter rein künstlerischen Aspekten betrachtet - doch eines

           der bekanntesten Nachkriegs-Bildwerke überhaupt.  

           In den 50-er und 60-er Jahren arbeitet Ludwig Gies viel mit Architekten zu-

           sammen, in deren Unterauftrag er die gesetzlich für öffentliche Bauten

           vorgeschriebenen "kunstorientierten" Ausstattungen (im Rahmen der Aktion:

           "Kunst am Bau") plant und entwirft. So entstehen eine Vielzahl von Groß-

           mosaiken, Glasfenster, Eingangsportale, Stuckreliefs, Decken- und Wand-

           behänge, Außen- und Innenfriese etc. Unter anderem stattet Ludwig Gies

           die Neubauten verschiedener Oberfinanzdirektionen, Bahnhöfe, das WDR-

           Funkhaus und den Kölner Gürzenich aus. Zudem arbeitet er mit namhaften

           Kirchenarchitekten (u.a. mit Heinz Thoma, Gottfried Böhm und Dominikus

           Böhm) zusammen. Es entstehen Glasfenster, die "zum Besten gehören, was

           die Glasgestaltung und Glasmalerei nach dem Krieg hervorgebracht hat."

           Ludwig Gies: Profane und kirchliche Glasfenster (um 1952)

Ludwig Gies: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1957

1953   Ludwig Gies wird Ehrenmitglied der "Akademie

           der Bildenden Künste" in München. Ein Jahr spä-

           ter (1954) wird er in die "Akademie der Künste"

           in Berlin wiederberufen. 1955 wird er mit dem

           Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-West-

           falen ausgezeichnet. 1957 wird ihm von Bundes-

           präsident Theodor Heuss persönlich für seine

           Verdienste das Große Bundesverdienstkreuz

           verliehen.

1960   Zusammen mit Ewald Mataré, Karl Burgeff,

           Gerhard Marks, Elmar Hilldebrand und anderen

           in Köln tätigen Künstlern bildet er in den 60-er

           Jahren die sogenannte "Kölner Schule", eine

           lockere Verbindung stilistisch nach gleicharti-

           gen Prinzipien arbeitender Künstler, deren Spu-

           ren sich vor allem im westdeutschen Kirchen-

           bau wiederfinden.

           Neben den angewandten architektonischen - vor allem innenarchitektoni-

           schen - Großprojekten ist Ludwig Gies weiterhin der Medaillen- und Plaket-

           tenkunst verbunden, die eher im Kleinen und Privaten ihre Wirkung erzielt.

           Über die Jahre hinweg hat er einen sehr eigenen Stil im Sinne einer charak-

           teristischen eigenen Handschrift für diese Objekte entwickelt. Erkennbar 

           durch eine flache, meist versenkte Relieftechnik, die experimentell - häufig

           sogar ausgesprochen bizarr geschnittten wirkt und durch eine kubistische

           oder spätexpressionistische Bildauffassung gekennzeichnet ist.

Ludwig Gies: Portraitplakette Gerhart Hauptmann 1957, Eisenfeinguß

                   Sammlung M. Hümmer; Sammlungsnr.: 420.022

1966   Am 27. Jnuar 1966 verstirbt Ludwig Gies in Köln. Sein Grab befindet sich auf

           dem Melatenfriedhof in Köln.