Künstlerischer Werdegang bis 2017

DIE REISE NACH COMBRAY, Plakat zur Ausstellung 2017

Joseph Schnorrenberg - Proust. Paris. Combray.

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"Die Zaubergrotte", Paris 2013

Im Anschluss an die Ausstellung "Flaneur et

Narrateur" im Kurfürstlichen Gärtnerhaus zu

Bonn 2011 unternimmt Joseph Schnorrenberg

weitere Studienreisen nach Paris. Er entdeckt Marcel Prousts "Auf der Suche nach der ver-

lorenen Zeit" für sich und ist von der Sprache Prousts - vor allem aber von den dahinter "aufblitzenden" Bildwelten fasziniert. Während seines Aufenthaltes in Paris folgt der Künstler den Spuren Prousts. Am Parc Monceau be-

sucht er die "Zaubergrotte". So nannte der junge Literat die elterliche Wohnung im zwei-

ten Stock der Rue Courcelles Nr. 45, in der er von 1900 bis 1906 lebte. 

2013 trifft Joseph Schnorrenberg in der

"Closerie des Lilas" zufällig auf den lange verschollen geglaubten Bonner Künstler Max vom Berg, der sich in Frankreich Maximilian de la Montagne nennt. Während eines opulenten Soupers beschließen beide, eine gemeinsame Künstlermappe zu kreieren:

"Straßen. Häuser. Der Himmel". Näheres zu dieser Arbeit siehe Kapitel  Max

vom Berg / Maximilian de la Montagne. 

Die "Explorationen" auf Prousts Spuren wirken intensiv nach. Zurück in Bonn ent-

deckt der Künstler beim "Spiel mit der Erinnerung" die Spuren seiner eigenen Kind-

heit. Die Serie der GLANZBILDER - aus Fotos und Fundstücken collagierte kleinfor-

matige "Bildkompositionen" - entsteht. 2014 zeigt Joseph Schnorrenberg die Serie

in einer Einzelausstellung in der Galerie S.Y.L.A.NTENHEIM in Bonn. Im gleichen Jahr begibt sich der Künstler auf seine REISE NACH COMBRAY, die bis 2017 andauert. Die "Erinnerungen eines Wirtschaftswunderkindes" fasst er in 60 Sammelbildern zusammen. Der Bilderzyklus wird bis auf wenige Pinselstriche mit digitalen Werk-

zeugen realisiert.

2012-2014  GLANZBILDER

Mit Temperafarben übermalter Wachsdruck auf Karton, verschiedene Formate,

ca 30 x 40 cm

o Einzelausstellung Galerie S.Y.L.A.NTENHEIM ,

   Bonn, Maxstraße, August bis September 2014

   Rolf Persch (1949 - 2015) liest zum letzten Mal

 

o Gruppenausstellung NACHSICHT Galerie S.Y.L.A.NTENHEIM

   Bonn, Maxstraße, Dezember 2014 bis Januar 2015

... ich öffnete das Buch meiner Kindheit und entdeckte in der Bonner Maxstraße die alte Feuerwache, über den roten Toren sehe ich noch den heiligen Florian in römi-

scher Uniform. Direkt daneben befand sich das Scala, ein Kino, in dem sonntags-vormittags Filme wie "Fuzzy und der große Manitou" gezeigt wurden. Wer die fünfzig Pfennige für eine Kinokarte nicht aufbringen konnte, verkaufte seine alten Micky- Maus-Hefte auf dem Vorplatz der Feuerwehr. Die Kinder der Altstadt veranstalteten hier regelmäßig ihre Tauschbörse. Comics wie Fix und Foxi, Illustrierte Klassiker und Picollohefte - ich erinnere mich an den Weltraumfahrer Nick - wechselten den Besitzer. Alternativ wurde vor den umliegenden Häusern geschangelt, bis man das Geld für eine Kinokarte beisammen hatte. An einer mit Kreide markierten Linie stehend, warfen (schangelten) wir Pfennige und Groschen so nahe wie möglich an eine Hauswand. Derjenige, dessen Geldstück der Wand am nächsten kam, gewann die Münzen der Mitspieler und damit eine Eintrittskarte in die Welt der Zelluloidhelden.

(In Erinnerung an die sonntäglichen Spaziergänge mit meinem Vater Heinrich, 1929-2014)

 

Die Pralinenschachtel der Anna Schliebusch

"Ein Bild, wie es das Leben uns bietet,

ruft im Augenblick, in dem wir seiner

ansichtig werden, verschiedenartige

Empfindungen hervor. Erblicken wir

zum Beispiel den Umschlag eines

Buches, das wir bereits früher gelesen

haben, so ist in den Buchstaben des

Titels der Mondschein einer fernen

Sommernacht eingewoben."

(Marcel Proust, Notizen)

 

 

"Inspiriert durch Marcel Prousts Recherche begab sich der Künstler auf eine Spurensuche, die ihn in die fernen Sommernächte seiner Kindheit entführen sollte. Auf seiner Expedition in das Reich der Erinnerung fand er die Orte wieder, an denen er als Kind gespielt hatte. Er erinnerte sich an die mit bunten Papageien bedruckte Pralinenschachtel der Großmutter, an Sammelbilder, Noppensteine und Tom Dooley."

(Louis de Marsalle über den Bilderzyklus "Glanzbilder")

 

GLANZBILDER 2012-2014, Auswahl

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"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Bevor mir die Augen zufielen, sang ich

Lieder vor mich hin, Schlager, die man tagsüber beim Hören der "vier fröhlichen Wellen" aufgeschnappt hatte."

Serie:                       Aktenordnermotiv 2013 (Glanzbild Nr. 14)

Titel:                        "Der lachende Vagabund"

Aktenvermerk:          Ahoibrause 1957/1958

Aktennotiz:                Kam ich nach Spanien, dann schenkten mir die Wirte

                                ohne Geld nichts ein.

                                Doch ihre Frau'n, die ich am Tag spazieren führte,

                                schenkten mir den Wein!  Schenkten mir den Wein!

Serie:                        Aktenordnermotiv 2013 (Glanzbild Nr. 12)

Titel:                         "Hello Mary Lou"

Aktenvermerk:           Stadtranderholung, 1961

Aktennotiz:                Hello Mary Lou, good-bye heart,

                                sweet Mary Lou  I'm so in love with you

                                I know Mary Lou, we'd never part.

                                So hello Mary Lou good-bye heart.

2014-2017 Die Reise nach Combray    

Erinnerungen eines Wirtschaftswunderkindes in 60 Sammelbildern

Digitaler Wachsdruck (20 x 13 cm) auf DIN A4 Karton, limitierte Auflage 24 + 4 AP

 

Ausstellungen:

o  Köln, April 2015 - Kunstmesse KÖLNER LISTE

o  Bonn, September 2015 - Künstlerforum, plan B "egalité - pas du tout"

o  Bonn, 13. Mai bis 01. Juni 2017 - Kurfürstliches Gärtnerhaus

 

Künstlerforum Bonn, Blick in die Ausstellung 06.09. bis 27.09.2015

"Plötzlich, beim Öffnen einer Kaffeedose, erinnerte mich der Duft an ein verscholle-

nes Glücksmoment meiner Kindheit. Es gab damals noch Handlungsreisende, die an den Haustüren die verschiedensten Konsumartikel feilboten. Herr Rothe, einer dieser fliegenden Händler, wohlmöglich ein Nachfahre des berühmten "Gaudissart" , war für Kaffee und feines Gebäck bekannt. Sein guter Klipps Kaffee aus Bremen hatte es meiner Großmutter so angetan, dass wir einmal im Monat Besuch von Rothe & Sohn erhielten. Das erwähnte Glücksgefühl stellte sich ein, wenn Großmutter die Bohnen in eine Blechbüchse umfüllte, denn am Boden jedes entleerten Kaffeepäckchens versteckte sich ein Klipps Kaffee-Sammelbild. Ich erinnere mich an Bilder aus der Tierwelt Afrikas, an Elefanten, Zebras, Löwen und Giraffen ..."

 

 

"Der beste Teil unserer Erinnerung (...) ist in ein tiefes Vergessen getaucht. Diesem Vergessen verdanken wir es, wenn wir von Zeit zu Zeit das Wesen wiederzufinden vermögen, das wir einst waren"

(Marcel Proust)

Sammelbilder 2014-2017, Auswahl

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"..wir stiegen auf unsere Pferde und jagten über die Prärie dahin."

 

 

Fortsetzung Künstlerischer Werdegang

siehe nachfolgendes Kapitel:

"Digitale Variationen für Trompetenautomat und Flötenuhr" (in Vorbereitung)

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Eine Auswahl von Originalwerken des Künstlers ist  ganzjährig in der Vinothek des Bonner Restaurants PASTIS, Rheingasse 5, zu sehen.

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